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Stefanie Lindner - Ein Jahr in Mexiko

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Hola Hola Hola !!! :-)

Verzeiht mir bitte, dass ich mich erst so spät melde, aber in der ganzen Hektik und der Aufregung habe ich euch fast vergessen.

Dafür habe ich nun umso mehr zu erzählen! :-)

Ich bin nun schon 5 Monate und 6 Tage hier in Tulancingo, Mexico und es gab schwere, wunderschöne, lustige, problematische, liebevolle und harte Momente.

Nun werde ich euch einen Einblick in diese Momente verschaffen:

Meine Ankunft...

Als erstes natürlich mein Flug!

Wir waren sehr sehr viele Jugendliche, die alle das gleiche Ziel hatten: Mexico City.

Es gab viel zu erzählen: Wo wir herkommen, was wir erwarten, ob wir schon spanisch sprechen und am wichtigsten: in welcher Stadt wir das nächste Jahr verbringen werden!

Ich befand mich mit 2 Mädchen, die auch nach Tulancingo flogen. Keine von ihnen sprach Spanisch- wie ich :-)

Durch all das Erzählen, Hoffen und Träumen war die Spannung enorm groß. Was mich ehrlich gesagt überrascht hat- ich dachte ich wäre aufgeregter, da es mein erster Flug war :-)

Nach dem Flug kam das nächste Abenteuer: Die Familie finden.

Und ich hatte es wirklich schwer sie zu finden, da ich meine Brille nicht auf hatte und nichts erkannte :-)

Doch nach ca. 30 Sekunden dumm durch die Runde glotzen rannte meine Gastschwester auf mich zu und sprang mir in die Arme. Meine Gasteltern und mein Gastbruder folgten direkt danach. Man sang für mich ein Begrüßungslied und wir fuhren Richtung Heim.

Ich fühlte mich müde, erschopft und kaputt, doch gleichzeitig voller Tatendrang und Abenteuerlust!

Das Auto in dem wir fuhren war riesig!! Die Straßen in Mexico City waren riesig!! Die Häuser waren riesig!! Und ich war riesig begeistert :-)

Zum Glück sprachen meine Gastgeschwister englisch, denn von dem spanischen "Gebrabbel" verstand ich KEIN EINZIGES WORT!!

Als wir im Haus ankamen redeten wir noch weiter. Bis ich vor Müdigkeit kaum noch meine Augen offen halten konnte und mich schlafen lag.

Die ersten Wochen war meine Gastschwester noch im Haus. Ich verbrachte jeden Tag mit ihr. Gingen in Caffe's, trafen Freunde und reisten mit der Familie.

Dann nach 3 Wochen begann sie ihren Austausch in Brasilien. Ich hatte nun mein eigenes Zimmer, meine eigene Dusche und mein eigenes Wohnzimmer. Ich lebte ganz oben im Haus und war irgendwie "abgegrenzt".

Und dann nach und nach fingen die Probleme an. Ich kam mit meiner Gastmutter kaum klar. Wir redeten kaum und ich hatte das Gefühl sie würde mich nicht mögen. Ich fühlte mich nach ca. 2 Monaten nurnoch unwohl in meinem "zu Hause". Wir redeten oft mit meinem Counselor, der meinte vllt wäre ein Familientausch das Beste, aber ich war davon überzeugt ich könnte alles regeln und gut machen.. Doch dem war nicht so. Es wurde nurnoch schlimmer und ich verbrachte fast alle Tage mit meinen Freunden. Dies machte meine Gastmutter wiederrum böse. Sie sagte den Rotariern ich sei ein "Straßenmädchen" und problematisch. Und die Rotarier glaubten ihr. Ich werde bis heute von ihnen als "Problemkind" angesehen.. Ohne Grund!!

Naja zu den guten Momenten mit meiner ersten Familie: Als meine Gastschwester noch da war fuhren wir ein Wochenende nach "Nuevo Leon" (eine Stadt, die auch "Stadt der Schuhe" genannt wird, denn Schuhe sind dort spottbillig!!.. Ich habe mir 3 Paar gekauft :-) ) und danach nach "San Juan de los Lagos" (eine der wichtigsten religiösen Städte Mexicos). Es war wirklich schön.

Wir fuhren auch einige Male nach "San Agustin Mezcititlan" meine Familie besuchen. Ein kleines süßes Dorf ca 2 Stunden von Tulancingo.

Aber wie schon gesagt, meistens war ich mit Freunden unterwegs oder musste zur Spanisch-Klasse gehen.

Die Spanisch-Klassen wurden von einer Frau gegeben, die Mitglied des Rotarie-Clubs ist. Sie heißt Fabi :-)

Nur leider lernten wir dort kaum Spanisch- Fast alle lernten ihr Spanisch durch Freunde in der Schule oder zu Hause mit Eltern und Geschwistern.

Trotzdem hatten die Spanisch-Klassen eine sehr gute Sache: Alle Austauschschüler sind sehr gute Freunde geworden. Wir waren anfangs 14 Leute (5 Deutsche, 5 Brasilianer, 1 Französin, 1 Finne, 1 Taiwanerin und ein Kanadier) Und alle verstehen sich super!! :-)

Außerdem machten wir alle ein Grippenspiel. Ein "modernes Grippenspiel". Es war sehr lustig!! Ich war ein Engelchen :-)

Aber das Beste: wir führten es zuerst vor der ganzen Stadt vor! Und wir sind die erste Generation, die das Grippenspiel vor der Stadt vorführen durfte! Wir sind ja so stolz auf uns :-)

Im November war der erste Familienwechsel: Das Beste was mir passieren konnte!

Ich habe 3 große Brüder, eine Mama, einen Papa und einen Hund :-)

Seit ich hier bin fühle ich mich viel besser. Wir reisen sehr viel herum- fast jedes Wochenende geht's weg!

Ich war mit ihnen schon in: "Guanajuato" (die schönste Stadt die ich je gesehen habe), "Real del Monte" (wo wir ein altes Bergwerk besucht haben), "Morelia", "Morelia"(wo wir 1000de von Schmetterlinge gesehen haben- sie heißen "Mariposas Monarchas), "Xoxafi"(wo wir unter einem Berg durch Tunnel geklettert sind), "Queretaro" und in vielen kleinen Dörfern!! Einfach perfekt :-)

Außerdem kochen wir viel zusammen ( ich habe sehr viele mexikanische Gerichte gelernt. Und sie viele Deutsche) und schauen aller 2 Tage abends einen oder zwei Filme zusammen :-)

Und wisst ihr was? Die Rotarier meinen immernoch ich sein ein "problematisches Kind", obwohl ich nichts mache :-D

Aber ganz ehrlich, ich finde die Rotarier hier sind zu streng! Wir dürfen an sich kaum etwas machen.

Sie verschäfen die Regeln wirklich ungemein.

Wir dürfen auf keine Party's, in keine Bars- nichtmal wenn unsere Eltern dabei sind! Wir würden da ja nichts trinken oder uns sofort einen Kerl suchen. Einfach um Freundschaften zu pflegen oder neue zu machen und um zu tanzen. Aber da die letzten Generationen hier ein wenig "böse" waren, sind sie mit uns umso strenger!

Die Rotarier kontrollieren alles und jeden. Sie wissen alles was wir machen. Es ist schlimm.. :-(

Ein Mädchen wurde schon nach Hause geschickt (eine Deutsche, die eine meiner besten Freunde hier war). 4 Leute haben schon eine sogenannte "gelbe Karte". Wenn sie noch einmal schlecht auffallen werden sie nach Hause geschickt.

Aber naja, solange ich in einer Familie bin, die mich immer gut unterhält halte ich das schon aus :-)

Das Wetter zur Zeit ist schrecklich! Es sind 5-10°C und in den Häusern gibt es keine Heizung. Ich friere. Aber auch das geht vorbei :-)

Weihnachten und Neujahr waren sehr komisch für mich.

Es gibt hier keine Adventszeit, es gibt keinen Schnee und auch das eigentliche Weihnachtsfest ist kaum wichtig.

Silvester gibt es an sich auch nicht. Es gibt kein Feuerwerk!! das hat mich so traurig gemacht, dass mir ein paar kleine Kullertränen über die Wangen liefen.

Aber auch das geht vorbei! Und nächstes Jahr habe ich meinen gewöhlichen Dezember wieder :-)

Sooo.. im Großen und ganzen war das Alles glaube ich.

Ich danke euch vielmals, dass ich das alles erleben darf- das Gute als auch das Schlechte, denn ich habe gemerkt, dass ich wirklich sehr viel reifer und vernünftiger geworden bin durch die Vorfälle in meiner ersten Familie.

Außerdem soll ich euch liebe Grüße von meiner jetzigen Familie senden. Und natürlich von meinem Rotarie-Club (dem strengsten in ganz Mexico) :-)

Und nun auch liebe mexikanische Grüße von mir! :-)

Ich melde mich diesmal eher wieder!!

Adioooooos!!!

Eure Steffi <3
Freitag, 27. April 2012/admin
Letzte Änderung: 27.04.12/admin


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