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Die Donau,
mit einer Länge von 2.888 km, durchfliesst zehn europäische Länder und weist
unter den Flüssen der Welt die grössten „internationalen Eigenheiten“ auf. Sie
ist eine Völkerstraße, ein Träger und Vermittler der Kulturen von
verschiedenen, an der Donau sesshaften Völkern. Sie ist ein Teil der
historischen Identität Europas, weil die an ihren Ufern lebenden Völker die
europäische Geschichte im Laufe der Zeit immer mitbestimmt haben.
Auch der
historische Kontakt zwischen den Nationen hat an der Donau begonnen und sich
entfaltet. Es ist von außerordentlichem Belang dass wir in Bayern, Österreich
und Ungarn, die natürlichen-, wirtschaftlichen-, und kulturellen Werte der
Donau zu erhalten haben.
Es ist eine moralische Aufgabe von Rotary Clubs –
zusammen mit Rotary
International – den Menschen, vor allem der
Jugend, die Wichtigkeit der Donau zu vermitteln und beizubringen,
was sie für die Donau tun können und müssen. Um diese Ziele mit den
ihnen zur Verfügung stehenden Möglichkeiten zu erreichen, beteiligt sich
der RC
Regensburg-Millennium, der RC Mondseeland und der RC Budapest-Budavár an
der zweiten gemeinsamen Donaumessfahrt unter der Federführung von der IKSD.
ZWEITE GEMEINSAME
DONAU-MESSFAHRT
Was ist
der Joint Danube Survey 2?
Der ‚Joint
Danube Survey 2’, auch kurz ‚JDS2’ genannt, ist die zweite gemeinsame
Donau-Messfahrt und die weltweit größte wissenschaftliche Flussexpedition im
Jahr 2007. Hauptziel von JDS2 ist die Gewinnung hochgradig vergleichbarer und
gesicherter Daten über Gewässergüte und Verschmutzung der gesamten Donau und
eines Großteils ihrer Nebenflüsse. Die Durchführung der Messfahrt wird vom
Sekretariat der Internationalen Kommission zum Schutz der Donau (IKSD)
koordiniert.
Die drei
JDS2-Schiffe gingen am 14. August 2007 vom bayerischen Regensburg aus auf große
Fahrt und durchqueren auf ihrer Donaureise über eine Länge von 2.375 Kilometern
zehn Länder, bis sie schließlich Ende September das Donaudelta in Rumänien
erreichen.
Warum
ist JDS2 so wichtig?
Die
Gewässerverschmutzung ist eines der gravierendsten Probleme im Einzugsgebiet
der Donau. Die Regierungen der Donaustaaten müssen fundierte Entscheidungen
über ihre künftigen Schritte zur Reduzierung der Verschmutzung der Donau und
zur Verbesserung ihres ökologischen Zustands treffen. Dies hilft ihnen, ihrer
Verpflichtung zur Umsetzung des 1994 unterzeichneten Übereinkommens zum Schutz
der Donau sowie der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) – der wohl strengsten
Rechtsvorschrift im Gewässerschutz weltweit – nachzukommen. Die hohe
Nährstofffracht, die organische Verschmutzung und die Schadstoffbelastung – all
das sind Faktoren, die dazu führen könnten, dass die Ziele der WRRL verfehlt
werden.
Als Grundlage
für diese fundierten Entscheidungen benötigen die Donaustaaten qualitativ
hochwertige und vergleichbare Daten und Informationen. JDS2 knüpft an die 2001
während der ersten gemeinsamen Donau-Messfahrt (JDS1) begonnene Arbeit an und
ermöglicht einen Vergleich der Messergebnisse in der Zeitreihe. Der
Untersuchungsumfang von JDS2 ist außerdem durch Hinzufügung neuer Parameter und
Probestellen erweitert worden, und erstmals werden auch große Nebenflüsse der
Donau mit einbezogen. Die gesammelten Informationen geben der IKSD darüber
hinaus die Möglichkeit, eine der fortschrittlichsten flussbezogenen Datenbanken
der Welt einzurichten, die beispielsweise Informationen über unzählige von der
Donau abhängige Arten enthält.
JDS2-Partner
und internationale Unterstützung
Alle
Donaustaaten von Deutschland bis zur Ukraine – unter ihnen Mitgliedstaaten wie
auch Nichtmitgliedstaaten der EU ‑ haben ihre volle Unterstützung für die
Expedition zugesagt. Das internationale Vollzeitteam, das die Donau in ihrer
gesamten Länge bereist, besteht aus 18 Wissenschaftlern, die aus Deutschland,
Österreich, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarn, Serbien, Rumänien
und Dänemark kommen. Der Schiffskonvoi besteht aus drei Schiffen, die von
verschiedenen Ländern und Institutionen zur Verfügung gestellt werden. Die
serbische Argus
wird in erster Linie als Untersuchungs- und Laborschiff eingesetzt, während der
ungarische Eisbrecher Szechsenyi
als Versorgungsschiff und als Unterkunft für das Expeditionsteam dienen wird;
die Piscius der
Gemeinsamen Forschungsstelle der EU dagegen soll fischökologische
Untersuchungen durchführen. Außerdem werden nationale Forscherteams auf den
Flussabschnitten in ihren jeweiligen Ländern Hilfestellung bei den
Probeentnahmen und Analysen an Bord der Schiffe geben.
Einige der
konkret vorgesehenen wissenschaftlichen Untersuchungen werden bereits während
der Fahrt durchgeführt; zu ihnen gehören die Untersuchung von Wasserproben im
Schiffslabor der Argus und Elektrobefischungen an den Ufern der Donau. Weitere
Proben werden zur Untersuchung an spezielle Labors – allesamt renommierte
Spitzenlabors für bestimmte Wassergüteparameter ‑ in ganz Europa
weitergeleitet. Auch Privatunternehmen wie etwa die Alcoa-Stiftung, die Dexia
Kommunalkredit Bank und die Coca-Cola Hellenic Bottling Company haben
umfangreiche Unterstützung geleistet. Und schließlich wollen die
Kommunalbehörden und die Medien rund um die Donau das ihrige tun, um das
Bewusstsein der Menschen zu schärfen und ihre Aufmerksamkeit vermehrt auf die Verschmutzung
des Flusses und auf die Notwendigkeit der Mitwirkung aller an der
Wiederherstellung einer sauberen und gesunden Gewässerumwelt zu lenken.
Vorgesehene
Reiseroute, Haltepunkte und Versuche im Rahmen von JDS2
Insgesamt
sind 95 Probestellen in elf verschiedenen Ländern entlang der Donau vorgesehen.
Folgende Nebenflüsse werden in die Untersuchung einbezogen: Morava, Drava,
Tisa, Sava, Große Morava, Arges, Olt, Iskar, Russenski Lom, Jantra und Prut.
Die Probeentnahme an den JDS2-Probestellen umfasst verschiedene Probentypen:
Wasser, Sediment, Biologie, Schwebstoffe, Muscheln und Fische, die jeweils an
verschiedenen Punkten (links, Mitte und rechts) des Flussquerschnitts an den
Probestellen entnommen werden.
Auf ihrer
Fahrt donauabwärts wird die Expedition in neun Städten haltmachen. Auf dem
Besuchsprogramm stehen unter anderem eine Feier anlässlich des offiziellen
Beginns der Messfahrt am 14. August in Regensburg (Deutschland) sowie
öffentliche Veranstaltungen in Wien (Österreich), Bratislava (Slowakei),
Budapest (Ungarn), Osijek (Kroatien), Belgrad (Serbien), Turnu Severin
(Rumänien), Ruse (Bulgarien), Vilkovo (Ukraine) und Tulcea (Rumänien).
Die
Geschichte der Gewässerüberwachung im Einzugsgebiet der Donau
Die
Gewässerüberwachung im Donaubecken hat eine lange Tradition. Sie begann im
Jahre 1985 mit der Unterzeichnung der ‚Bukarester Deklaration’, die zur
Errichtung einer ganzen Reihe von Messstellen im Einzugsgebiet der Donau
führte. 1992 wurde mit dem Aufbau des Transnationalen Überwachungsmessnetzes
(TNMN) für das Donaueinzugsgebiet begonnen. Das von der IKSD koordinierte Netz
umfasst inzwischen über 75 Messstellen. In den letzten 25 Jahren wurden auch
andere Donau-Messfahrten durchgeführt wie z. B. 1992 von der Equipe Cousteau,
1998 von der MS Burgund und 2004 anlässlich des AquaTerra Danube Survey; sie
konzentrierten sich jedoch nur auf bestimmte Teilabschnitte der Donau bzw. auf
eine begrenzte Zahl von Parametern. Die 2001 durchgeführte erste Gemeinsame
Donau-Messfahrt (JDS1) war die erste Expedition, die sich über die gesamte
Länge der Donau erstreckte und hochwertige Vergleichswerte lieferte.
Zu
welchen Ergebnissen führte JDS1?
Die 2001
im Rahmen von JDS1 ermittelten Ergebnisse waren sowohl positiv als auch
negativ. Als positiv zu bewerten waren der Reichtum an biologischer Vielfalt
und das Auftreten vieler seltener Arten. Zu den negativen Aspekten gehörten das
bedenkliche Ausmaß der organischen und mikrobiologischen Verschmutzung sowie
die übermäßige Belastung mit Schwermetallen, Öl aus dem Schiffsbetrieb,
Pestiziden und Chemikalien. Gleichzeitig bot sich die Gelegenheit zur Förderung
des ‚Donaubewusstseins’ und zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die
dringende Notwendigkeit gezielter Maßnahmen zur Verringerung der Gewässerverschmutzung.
Aufmerksam verfolgt von begleitenden Journalisten und Fernsehteams, fand JDS1
auch in der Berichterstattung großer Zeitungen und in den Rundfunk- und
Fernsehnachrichten rege Beachtung. An vielen Haltepunkten der Schiffe fanden
öffentliche Veranstaltungen statt, auf denen in verschiedenen Beiträgen die
Bemühungen auf staatlicher und kommunaler Ebene um die Reduzierung der
Donauverschmutzung erläutert wurden. Zur Homepage von JDS2
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